Was sind eigentlich Geoinformationen?
Die Frage, was man sich unter geographischen Daten vorstellen soll, ist offenbar schwerer zu beantworten als viele Fachleute meinen. Eine Straßenumfrage – wenn auch kaum repräsentativ – kann zumindest als Indiz dafür gelten, dass der den Experten so geläufige Begriff “Geodaten” eher unverständlich ist. Aber ein paar Ideen haben die Befragten dann doch.
Eigentlich ist es einfach: Geographische Daten beantworten die Frage nach dem „Wo“ und spielen in vielen Prozessen und Abläufen in der Wirtschaft, wie auch im öffentlichen Bereich eine wichtige Rolle. Traditionell liegen geographische Daten in Form von Landkarten oder Stadtplänen vor. Doch nach über 3000 Jahren auf Papier sind kartographische Informationen heute seit gut drei Jahrzehnten auch in digitaler Form verfügbar. Das erweitert die Möglichkeiten, solche Daten zu nutzen ganz beträchtlich.
Eine Landkarte auf Papier ist zunächst mal ein Bild, in dem Informationen über den Raum in kodierter Form vorlegen. Wer den Code entschlüsseln kann, kann die Information aus der Karte entnehmen. Das klingt kompliziert, ist aber recht simpel. Zum Beispiel sind blaue Flächen oder Linien in Karten fast immer ein Gewässer, grün steht hingegen für Wald oder Wiese. Dies ist ein einfacher Farbcode, den jeder Betrachter zumeist auf Anhieb erkennt.
Nach diesem Grundprinzip ist eine Karte ein Modell der Wirklichkeit. Sie liefert dem Betrachter Informationen über Orte, ohne dass er die Orte selbst betrachten muss. Und durch das Prinzip der bildlichen Kodierung können Karten Informationen sehr stark verdichten. Man kann dies deutlich machen, wenn man versucht, alle Informationen, die in einer Karte vorhanden sind, vollständig in normaler Sprache zu transportieren. Da wird aus einem simplen Stadtplan schnell ein veritabler Roman.
Und genau diese Fähigkeit von Karten, ungeheure Informationsmengen auf einen Blick sichtbar zu machen, lassen sie zu einem Interessanten Werkzeug der Informationstechnik und- verarbeitung werden. Denn neben Informationen über reale Objekte im Raum (Straße, Haus, Fluss, etc) können auch zahlreiche weitere Informationen mit einem Raumbezug ausgestattet werden. Statistische Daten zum Beispiel über die Bevölkerungsdichte oder die unterschiedliche Kaufkraft in verschiedenen Orten.
Ob am Ende tatsächlich 80 Prozent aller Informationen einen geographischen Bezug aufweisen, wie vielfach behauptet, sei dahingestellt, aber richtig ist: Geographische Daten sind vielfach ein Schlüssel zum besseren Verständnis und anschaulicher Aufbereitung anderer Daten. Und mit diesem Schlüssel lassen sich quer durch Branchen und Tätigkeiten viele Vorteile und Effiziengewinne erschließen. Die wichtigsten Anwendungsfelder finden Sie daher im Hauptmenü unter dem Stichwort “Anwenderbranchen“.

























