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Bonner Forscher und Unternehmer an Berliner Stadtmodell beteiligt

20. März 2007

Als erste Stadt der Welt präsentiert sich Berlin in diesem Tagen mit einem großflächigen 3D-Stadtmodell in Google Earth und erfährt damit hohe Resonanz in der Presse. Entsprechende Daten, um sich das Regierungsviertel und die Stadtmitte in Googles speziellem Geobrowser anzuschauen, gibt es auf den Seiten des Berliner Businesslocation-Centers oder direkt bei einem der beteiligten Unternehmen. Das Herzstück des Modells im Rahmen eines von der EU mit EFRE Mitteln geförderten Projektes enstand jedoch in der Bonner Region.

Übergeordnetes Ziel des Projekts war es, allgemein gültige Methoden zur nachhaltigen Nutzung eines 3D-Stadtmodells zu entwickeln, die nicht nur in Berlin verwendet werden können. Hierzu gehörten im Wesentlichen die Integration vorhandener Modelle, die Schaffung von Werkzeugen zur Modellierung und Präsentation, die Entwicklung und der Betrieb eines datenbankgestützten 3D-Stadtmodells und die Bereitstellung von internetbasierten Diensten zur allgemeinen Nutzung des Modells.

Die entscheidene Basis der Berliner Datenmodellierung bildet das standardisierte und interoperable Austauschformat CityGML für 3D-Stadtmodelle, das in der Special Interest Group 3D (SIG 3D) der Geodateninfrastruktur (GDI) NRW entwickelt wurde, und sich bei dem Open Geospatial Consortium (OGC) im Standardisierungsprozess befindet. Und an der Entwicklung dieses Herzstücks – Datenmodell und Austauschformat – waren Unternehmer und Forscher aus dieser Region im Rahmen von GDI.NRW maßgeblich beteiligt. Zu nennen wäre hier neben dem Institut für Kartographie und Geoinformation der Universität Bonn vor allem das Unternehmen CPA Geoinformation in Siegburg.

Im Rahmen des Projektes wurden darüber hinaus so genannte Web-Feature-Service (WFS), Web-Terrain-Service (WTS) und Web Perspective View Service (WPVS) für 3D-Ansichten realisiert. All dies sind Standards um Daten aus verschiedenen Quellen problemlos für ihre Darstellung und Nutzung im Internet zu verknüpfen. Dafür hat das Land Berlin mit dem Landesvermessungsamt Nordrhein-Westfalen in Bonn Bad Godesberg und der Stadt Bonn kooperiert. Das Ziel sind umfassende CityGML-basierte Stadtmodelle. Es wurdedabei großer Wert auf eine Implementierung von Services gelegt, die den Spezifikationen des Open Geospatial Consortiums (OGC) genügen. Die Realisierung erfolgte im Kontext des Open Source Softwarepakets Deegree und ist mittlerweile frei verfügbar.

Das gesamte in der Bonner Geobusiness Region konzipierte 3D-Geodatenbanksystem erlaubt es, selbst größte Datenmengen, den Mehrbenutzerzugriff und differenzierte Rechtevergabe an die Nutzer komfortabel zu verwalten. In der Datenbank sind dabei sowohl die Geometrie und Erscheinungsform der Geo-Objekte als auch deren Eigenschaften modelliert. Erst diese ganzen, in dieser Region hier geschaffenen Grundlagen, erlauben es heute den Nutzern von Google Earth durch ein virtuelles und dreidimensionales Berlin zu flanieren.