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Neuer OGC Standard: Bonner Unternehmen federführend

14. April 2007

Kommunale Geodaten wie Bauleit- oder Flächennutzungspläne zum einen digital nach den Regeln der Planzeichenverordnung zu erzeugen und zum zweiten unabhängig von der jeweils genutzten Web- oder auch Desktop-Software frei austauschen zu können, das ist das Ziel einer neuen Spezifikation des Open Geospatial Consortiums (OGC), an deren Entwicklung die Bonner Unternehmen lat/lon sowie Interactive Instruments aktiv und zum Teil federführend beteiligt waren. Das OGC – eine internationale Kooperation von Unternehmen und Regierungsbehörden in den USA – ist maßgeblich für global geltende, technische Standards in der Geoinformationwirtschaft.

Die neue, so genannte Symbology Encoding (SE) Spezifikation des Open Geospatial Consortiums ist aus der bislang geltenden SLD (Styled Layer Descriptor) Spezifikation hervorgegangen. Vor rund zwei Jahren hat Markus Müller, Geschäftsführer des Bonner Unternehmens lat/lon den dazu notwendigen, internationalen Entwicklungs- und Abstimmungsprozess angestoßen. „In der bisherigen Spezifikation waren zwei Informationen eng verzahnt: Die Angaben für die Visualisierung der Geodaten im Internet und die Regeln für Aufbau und Implementierung des Internetdienstes selbst“, erläutert der promovierte Geograph. Dies habe man nun in zwei Spezifikationen getrennt. Symbol Encoding beschreibe jetzt ausschließlich die kartographische Darstellung der Geodaten.

Das hat nach Angaben Müllers zwei entscheidende Vorteile. Zum einen könne der neue Standard nicht nur in Internetanwendungen, sondern auch in Desktop-GIS Verwendung finden, zum zweiten habe man die Spezifikation dadurch entscheidend weiter entwickeln können. „Vor allem Klassifizierungen und die Formatierung von Annotationen sind jetzt wesentlich einfacher möglich“, sagt Müller. Gemeint sind damit Verknüpfungen von inhaltlichen Informationen und Visualisierung. So können mit der neuen Spezifikation beispielsweise die Vorgaben der Planzeichenverordnung einfacher als bislang in einem Geoinformationssystem verankert werden – vorausgesetzt der Standard wird von den GIS-Herstellern auch implementiert.

Da dies nicht zwingend vorgeschrieben ist, kann nur die entsprechende Nachfrage der Kunden für eine Anwendung in der Praxis sorgen. Deswegen wünscht sich Müller, dass sich etwa Kommunen die Vorteile dieses wie auch anderer OGC-Standards vor Augen führen. „Die grenzüberschreitende regionale Planung zum Beispiel bei Gewerbegebieten, oder wenn es um Ausgleichsflächen geht, kann durch reibungslosen Datenaustausch zwischen den beteiligten Kommunen wesentlich erleichtert werden“, erläutert der Bonner Experte. Ebenso könnten bei Berücksichtigung der Spezifikation Planzeichnungen einfacher von einem CAD-System in ein GIS übergeben werden.

Müller ist als so genannter Editor Verfasser des neuen Standards, der in rund zwei Jahren das OGC-Verfahren bis zur offiziellen Verabschiedung durchlaufen hat. Innerhalb dieses Verfahrens gibt es eine technologische Begutachtung seines Vorschlags in entsprechenden Fachgruppen. Daran war neben Unternehmen und Universitäten aus den USA auch die Firma Interactive Instruments aus Bonn beteiligt.