Text Drucken Text Drucken Beitrag verschicken Beitrag verschicken PDF erzeugenPDF erzeugen
Home » Netzwerk

Open Geospatial Consortium (OGC): Region Bonn folgt gleich nach dem Silicon Valley

8. April 2007

Gleich nach dem Silicon Valley dürfte der Bonner Raum die stärkste Region im Open Geospatial Consortium (OGC) sein. Von den insgesamt rund 340 Mitgliedern dieser weltweiten Standardisierungsorganisation im Bereich Geodaten stammen 35 aus Deutschland und davon sind – je nach Lesart – bis zu zehn in der Wissenschaftsregion Bonn vertreten. Das OGC wurde 1994 als Open GIS Consortium gegründet und arbeitet daran, durch verbindliche technische Spezifikationen geographische Daten weltweit unabhängig von der jeweils gebrauchten Software frei austauschen zu können.

Zu den Mitgliedern des OGC zählen neben Universitäten, Forschungseinrichtungen und Unternehmen auch staatliche Behörden aus aller Welt. Gründungsmitglieder sind beispielsweise die NASA, die Universät Berkeley und das US-Unternehmen Intergraph, das auch eine Niederlassung in Bonn hat. Etwas über ein Drittel der Mitglieder (135) sind US-amerikanisch, danach kommen Deutschland (35) und Großbritannien (27). Zu den aktuell größten Mitgliedern des OGC gehören unter anderem Google, Boeing, Oracle sowie nahezu alle nationalen US-Behörden, die mit geografischen Daten arbeiten.

Aus der Region Bonn sind die Unternehmen AED-Sicad, lat/lon, Interactive Instruments, ibR, WhereGroup sowie die Universität Bonn im OGC engagiert. Die US-Unternehmen ESRI und Intergraph – beide mit Niederlassungen in Bonn – sind ebenfalls Mitglieder. Zählt man auch das Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme (IAIS) mit seinem Schwerpunkt Geo-Intelligenz in St. Augustin – die Fraunhofer Gesellschaft insgesamt ist Mitglied des OGC – sowie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hinzu, haben sogar zehn Mitglieder dieser weltweiten Organisation ein Standbein in der Wissenschaftsregion Bonn. Die Bonner WhereGroup ist derzeit darüber hinaus als einziges europäisches Unternehmen ein so genannter „Principal Member“. Davon gibt es derzeit lediglich 14. Sie entscheiden maßgeblich über die Politik der Organisation.

Die Mitarbeit im OGC bedeutet vor allem, die Entwicklung künftiger technischer Standards im Umgang mit Geodaten zu beeinflussen und frühzeitig entsprechendes Know-how für die Implementierung dieser Standards zu erhalten. Vereinbarungen im OGC sind zumeist Grundlage späterer ISO-Normen, die dann für alle Anwender und Anbieter verbindlich sind und bei amtlichen Ausschreibungen regelmäßig eingefordert werden. Im Rahmen des Aufbaus einer Geodateninfrastruktur in Nordrhein-Westfalen und Deutschland sind hierzulande zahlreiche Spezifikation entwickelt worden, von denen einige im so genannten OGC-Prozess stecken, an deren Ende eine Veröffentlichung als globaler Standard steht.