Rhein-Sieg Kreis: Digitale Karten sollen Potenzial alternativer Energien zeigen
Der Rhein-Sieg Kreis will das Potenzial regenerativer Energiequellen in seinem Gebiet besser nutzen. Das Ziel einer jetzt in Auftrag gegebenen Studie: Digitale Karten des Landkreises in einem Geoinformationsssystem sollen auf einen Blick und flächendeckend für jeden beliebigen Standort prinzipiell darstellen, welche Energieausbeute etwa für Solardächer oder Erdwärmesonden jeweils zu erwarten sein dürfte. So eine geplante Gesamtschau für insgesamt sechs alternative Energieträger ist bislang in Deutschland noch nicht realisiert worden.
Einmalig auch die spätere Verfügbarkeit der Daten: Geplant ist, dass Bürger, Betriebe und öffentliche Einrichtungen die digitalen Karten erhalten können. So sollen die Daten Entscheidungen zu Gunsten regenerativer Energien erleichtern. Da die Energieversorgung für Unternehmen und Privathaushalte mehr und mehr zu einem Standort- und Umweltfaktor geworden ist – Stichworte: Klimawandel, CO2-Abgabe, Energiepass – verspricht sich der Landkreis einen nachhaltigen wirtschaftlichen Impuls für die in der Region ansässigen Handwerks- und mittelständischen Betriebe. Zum einen durch ein verbessertes eigenes Energiemanagement der Unternehmen, zum anderen durch erwartete Investitionen in den Ausbau regenerativer Energien. Langfristig kann das Projekt auch zu einer stärkeren Energieautarkie im Rhein-Sieg-Kreis beitragen.
Zum Hintergrund: Schon 2006 war im Rahmen von drei interkommunalen „Integrierten ländlichen Entwicklungskonzepten“ (ILEK) im Rhein-Sieg-Kreis das Ziel formuliert worden, Möglichkeiten zu suchen, regenerativer Energieträger im Kreis stärker zu nutzen. Die Kreissparkasse Köln unterstützt im Rahmen ihres Engagements für die Region die Studie finanziell. Zentraler Partner ist zudem die Wirtschaftsförderung des Rhein-Sieg Kreises. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen bereits im kommenden Herbst vorliegen.
Bisher ist ein erster derartig systematischer Untersuchungsansatz nur im österreichischen Bundesland Salzburg durchgeführt worden. Das Forschungszentrum Austrian Research Center / iSPACE hat dort die Methodik entwickelt, um die Potenziale erneuerbarer Energieträger wie Solarthermie und Fotovoltaik, Wind, Biomasse aus Land- und Forstwirtschaft und Geothermie in einem fein aufgelösten räumlichen Raster darzustellen. Es ist jetzt auch für diese Studie verantwortlich. Zudem ist iSPACE Mitglied des GIS-Clusters Salzburg, mit dem die Geobusinessregion Bonn-Rhein-Sieg-Ahrweiler eng kooperiert – unter anderem durch dieses Energieprojekt.

























