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Geo-Initiative lud zum Branchenworkshop “Geodaten & Tourismus“

1. Juni 2007

Hedi Boll von der Bonn-Information zeigte sich fasziniert: „Dass es diese Möglichkeiten gibt, war mir bislang nicht bekannt.“ Das könne ihr bei der Arbeit richtig helfen, denn Bolls tägliches Brot sind fragende Besucher der Tourismusinformation in Bonn und „diese Möglichkeiten“ sind zum Beispiel Auskunftssysteme am Computer, die auf einer digitalen Karte der Region zahlreiche touristische Informationen vom Hotelstandort über Wanderwege und Sehenswürdigkeiten bis zum Veranstaltungstipp anzeigen.

Boll war eine von rund 30 Teilnehmern des Workshops „Tourismus & Geodaten“, organisiert von der Geoinformationsinitiative Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler gemeinsam mit der Tourismus & Congress GmbH. Wie Boll hatten viele der Teilnehmer zum ersten Mal die Gelegenheit, sich auf der Veranstaltung Ende Mai im Uni-Club ausführlich über Anwendungen von Geodaten in ihrer Branche zu informieren.

Und wie Boll ging es nach eigenem Bekunden auch zahlreichen Teilnehmern: Nachdem die Experten der Initiative mit vielen Erklärungen und anschaulichen Beispielen deutlich gemacht hatten, welches Potenzial in vernetzten Geodaten schlummert, wurden den Teilnehmern aus der Tourismusbranche nicht nur eigene Anwendungsmöglichkeiten bewusst, sondern auch deutlich, dass sie selber über Daten verfügen, die sie als Mehrwert in eine Kartenanwendung einbringen könnten. So gab es unter den Beteiligten Branchenexperten schnell einen grundsätzlichen Konsens, ein gemeinsames Geodatenportal für die Tourismuswirtschaft in der Region Bonn Rhein-Sieg und Ahrweiler aufzubauen.

Allerdings zeigten sich auch unterschiedliche Ausgangslagen. Die Palette reichte von Anbietern, für die Geodaten bislang „terra incognita“ sind, bis zu denjenigen, die beispielsweise bereits interaktive Kartenanwendungen auf ihren Webseiten haben. Und auch bei der künftigen Herangehensweise wurden verschiedene Interessen deutlich. Gewünscht waren sowohl schnelle Lösungen für die eigene Website, die sich mit konkreten Vorstellungen über die Karteninhalte verbanden, wie auch weitere individuelle Beratung, wie man denn mit Geodaten das eigene Geschäft verbessern könne.

Gleichwohl zeichnete sich auf dem Workshop bereits ab, dass weniger ein neues Tourismus-Portal im Sinne einer eigenständigen Website gefragt ist, als vielmehr eine Geodateninfrastruktur (GDI), auf die alle Anbieter zugreifen können, um touristische Informationen verbunden mit einer Karte auf verschiedenen Ausgabekanälen vom mobilen Rechner, über Terminals für die Mitarbeiter bis zum simplen Ausdruck einer individuell erzeugten Karte für den Besucher anzubieten.

Die Geoinformationsinitiative Bonn/Rhein-Sieg/Ahrweiler hat sich daher vorgenommen, diesen Prozess weiter zu begleiten. Ein erstes Ergebnis des Workshops ist eine kleine Arbeitsgruppe, in der Experten für Geoinformationen von Seiten der Initiative und die Praktiker aus der Tourismuswirtschaft möglichst zügig technische Möglichkeiten, vorhandene Datenbestände und Ideen für Anwendungen in Einklang bringen wollen. Die Gruppe will bereits Anfang Juli erstmals tagen. Am Ende soll eine Art Pflichtenheft für eine künftige Tourismus GDI stehen, die von Bonn über das Siebengebirge bis nach Ahrweiler reicht, und die künftige geografische wie auch inhaltliche Erweiterungen problemlos möglich macht.