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Geoportal Rheinland Pfalz: Einfachere Nutzung von Web Feature Services

18. Juni 2008

Die Bonner Wheregroup GmbH & Co. KG hat das Geodaten-Portal von Rheinland-Pfalz (geoportal.rlp) um zahlreiche technische und inhaltliche Neuerungen erweitert. Neben zusätzlichen Fach- und Geodaten ist die wichtigste Neuheit ein generischer WFS Abfrage-Editor, der die Nutzung des noch nicht so verbreiteteten Standards Web Feature Services (WFS) des Open Geospatial Consortums (OGC) erleichtert. Mit dem Editor können Anwender die im Portal registrierten WFS-Dienste schnell in die Kartenanwendung einbinden.

In der Geodateninfrastruktur des Landes Rheinland-Pfalz (GDI-RLP) übernimmt das GeoPortal.rlp die zentrale Aufgabe als serviceorientierte Vermittlungsstelle zwischen Nutzern und Anbietern von Geodaten. Die Kernfunktion des Portals ist dementsprechend Recherche nach verfügbaren Geoinformationen und deren Visualisierung. Der Einstieg erfolgt zunächst wie aus modernen Suchmaschinen gewohnt über ein einziges Textfeld. Intern verarbeitet das Geoportal den Suchbegriff auf unterschiedliche Weise und nutzt dabei individuelle und beliebig erweiterbare Standards und Abfragesprachen. Das Geoportal kapselt die Anfrage des Benutzers vollständig von dem zugrunde liegenden Suchvorgang ab und bereitet die Ergebnisse transparent auf.

Eine Besonderheit an dieser Lösung ist die Recherchierbarkeit von einzelnen OGC WMS-Ebenen, Ebenengruppen sowie einzelnen Geometrietypen (OGC WFS-FeatureTypes). Das Ergebnis der Suche wird als Hypertext-Liste in den Kategorien Gesamt, Adressen, Dienste, Info und Metadaten aufbereitet. Enthalten die Suchergebnisse Kartendienste, so lassen sich diese im integrierten Kartenviewer anzeigen. Mehr als 500 Kartenebenen werden über das GeoPortal.rlp angeboten. Diese verteilen sich auf über 100 OGC WMS Dienste, die von der öffentlichen Verwaltung, Wirtschaft sowie Wissenschaft und Forschung angeboten werden.

Der Standard OGC WMS hat sich inzwischen bei Geoportalen durchgesetzt und wird erfolgreich produktiv verwendet. Dagegen ist der OGC WFS-Standard noch nicht annähernd so weit verbreitet. Um die Nutzung des OGC WFS weiter zu vereinfachen, wurde ein generischer WFS Abfrage-Editor implementiert. Diese Erweiterung bietet den Nutzern die Möglichkeit einen im Portal registrierten WFS-Dienst in die Karten-Anwendung zu integrieren. Der OGC WFS wird dabei nicht direkt im Kartenfenster angezeigt, sondern kann über einen Abfrage-Editor individuell sowohl mit attributiven als auch räumlichen Parametern abgefragt werden. Die Bedienung ist Dialog-gesteuert und bietet die gewohnten Funktionen von Abfrage-Editoren. Der Dialog zeigt in einer Liste zunächst alle eingebundenen WFS-Dienste und nach der Auswahl die jeweils bereitgestellten Felder inklusive Datentyp. Zu jedem Feld können außerdem per Maus-Klick dynamisch Beispielwerte vom Dienst angefordert werden.

Screenshot des neuen WFS-Editors

In dem Geoportal kommt insgesamt eine Vielzahl unterschiedlicher Software-Komponenten zum Einsatz, sowohl die bewährte Kombination aus PostgreSQL/PostGIS Datenbank sowie MapServer und GeoServer Service-Komponenten. Alle Karten- und Geometriedienste – egal welchen Ursprungs – werden über das Mapbender Administrationsportal eingebunden, konfiguriert und können Nutzern individuell in Applikationen zur Verfügung gestellt werden.

Alle in Rheinland-Pfalz vorhandenen OGC Services werden so dezentral in Form eines Diensteverzeichnisses verwaltet. Sowohl die Benutzer- als auch Dienstverwaltung erfolgt über web-basierte Oberflächen und ist mandantenfähig. Die Erteilung der Autorisierung (Zugriffsberechtigung) erfolgt ebenfalls denzentral in Eigenverantwortung durch den Anbieter. Das entlastet den Portalbetreiber, belässt die Verantwortung beim Anbieter und ermöglicht die bedarfsgerechte Umsetzung von Sicherheitsmaßnahmen.