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Where2B-Konferenz: Freie Software im Mittelpunkt

11. Dezember 2008

w2b_1Intensive Diskussionen auf hohem Niveau prägten die zweite Where2B-Konferenz am 9. und 10. Dezember in Bonn. Das von der WhereGroup organisierte Branchentreffen brachte einmal mehr Softwareentwickler mit Anwendern aus Privatwirtschaft und Behörden zusammen. Im Mittelpunkt standen die europäische Richtlinie INSPIRE, Möglichkeiten und Grenzen Freier Software sowie die Präsentation beispielhafter Lösungen, die (amtliche) Geodaten der Öffentlichkeit und privaten Nutzern per Internet zugänglich machen.

Den Auftakt bildete eine Keynote von Jeroen Ticheler vom OSGeo Board of Directors, dem Führungsgremium dieser weltweiten Vereinigung von Unternehmen und Entwicklern Freier Software im Bereich der Geoinformationen. Ticheler beschrieb vor allem die vielfältigen technischen und organisatorischen Herausforderungen der EU-Richtlinie INSPIRE. Nationale und kommunale Behörden in ganz Europa müssen bereits bis 2010 erste Ergebnisse der Umsetzung vorlegen und dabei komplexe Prozesse bewältigen. Nach Tichelers Ansicht sind Werkzeuge und Software aus dem Bereich freier Software dafür besonders geeignet, weil sie konsequent darauf setzen Standards beispielsweise des OGC oder der ISO eins zu eins zu berücksichtigen. Entwickler freier Software hätten kein anderes Interesse, als ihre Produkte so kompatibel wie möglich zu vorhandenen Lösungen zu machen. Zu Fragen der Leistungsfähigkeit Freier Software verwies Ticheler auf das Interenet. Dessen technische Infrastruktur gründet sich seit zwei Jahrzehnte ausschließlich auf freier Software. „Und jeder Nutzer findet es selbstverständlich, zwar für den Zugang zu bezahlen, aber das Netz selbst ohne Lizenzgebühren zu nutzen.“

Danach bildeten Diskussionen um die Verfügbarkeit amtlicher Geodaten die zentrale Rolle des ersten Tages. Mit dem Internet-Radroutenplaner des Ministeriums für Verkehr, Landwirtschaft, Tourismus und Weinanbau in Rheinland-Pfalz oder einem Geodatenportal für die Rohstoffindustrie, das als Best-Practice-Projekt der GIW-Kommission vorgestellt wurde gab es dafür beispielhafte Projekte.

Den Abschluss des erstens Konferenztages bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema, wie gut und einfach Geodaten heute bereits verfügbar sind. Darin bescheinigten Vertreter pivater Datenanbieter, dass sich die amtlichen Dateninhaber in den zurückliegenden Jahren schon stark bewegt haben, bemängelten aber immer noch zu komplizierte Lizenzbedingungen der öffentlichen Hand für eine einfach Datennutzung. Diese seien häufig größere Hindernisse, als die nicht immer angemessenen Gebühren. Bezweifelt wurde allerdings auch, ob Freie Geodaten, wie sie etwa das Projekt Openstreetmap produziere, den Qualitätsanforderungen kommerzieller Anwendungen standhalten könne. Dabei gehe es weniger um richtig oder falsch, als eher um Fragen der Datenhomogenität und um nützliche, sprich nachgefragte Inhalte.

Am zweiten Tag schlug mit den Workshops dann die Stunde der Experten. Hier ging es um neue Schnittstellen zu ALKIS, um spezielle Rechtsfragen der Datenlizenzierung, um OGC-konforme Datenhaltungen in PostGIS und Oracle-Datenbanken oder um bereits angelaufene Vorhaben zur INSPIRE-Umsetzung in europäischen Grenzregionen. Aber auch hier zeigte die Where2Be eine attraktive Vielfalt der Themen, so dass jeder Teilnehmer auf seine Kosten kam. Sämtliche Vorträge und kurze Zusammenfassungen gibt es im Internet unter www.where2b-conference.com