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Bonner Unternehmen zeigen ALKIS-Lösungen

30. März 2009

Baustelle Katasterverwaltung: ALKIS bringt zahlreiche Neuerungen in der IT Landschaft

Geht es um die Modernisierung der Vermessungserwaltung arbeiten Bonner Unternehmen an der Spitze. Dies gilt für die seit langem der Katasterverwaltung als IT-Dienstleister verbunde AED SICAD AG mit ihrer so genannten 3A-Produktlinie. Das gilt aber auch für die eher der Open Source Szene zugeordneten Geoinformatik-Unternehmen BT-GIS, TOPOgraphics und WhereGroup. Sie wollen Ende April auf einem ALKIS-Kompakt Forum im Wissenschaftszentrum Bonn ein vom Hersteller unabhängiges, rechtskonformes Auskunftssystem präsentieren.

Das Amtliche Liegenschaftskataster-Informationssystem (ALKIS) soll in Zukunft in Deutschland die Automatisierte Liegenschaftskarte (ALK) und das Automatisierte Liegenschaftsbuch (ALB) in einem System vereinen. Für die Katasterverwaltungen bedeutet dies, sämtliche Prozesse der Datenerhebung und -pflege auf den neuen Standard umzustellen. Auch Unternehmen und Organisationen, die amtliche Katasterdaten nutzen, müssen sich neu orientieren und in entsprechende IT-Lösungen für ALKIS investieren.

Vor allem Bonner Unternehmen treiben die Modernisierung voran. Das ist zum einen die AED-SICAD AG, die bereits im vorigen Jahr bei dem Pilotkunden Landkreis Lippe bundesweit die erste ALKIS Erfassungslösung eingeführt hat. Diese erste Produktivanwendung ist jetzt auf die so genannte GeoInfoDok-Version 6.0 erweitert worden. Das ist der jüngste von der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen in Deutschland (AdV) vorgelegte Objektartenkatalog für ALKIS. Er definiert sämtliche geographische Objekte, die im ALKIS-Datenmodelle zu berücksichtigen sind.

Der Kreis Lippe sowie der Kreis Coesfeld können jetzt ab sofort den Datenaustausch mit Nutzern des Liegenschaftskatasters vollständig auf Basis der GeoInfoDok-Version 6.0 durchführen. Die von AED SICAD entwickelten 3A Produkte (für ALKIS, ATKIS und AFIS) wurden vorab im Rahmen der Eignungsprüfung NRW von der Landesverwaltung  umfassend geprüft und haben die amtliche Zulassung für den Produktionseinsatz bei beiden Kreisen erhalten. Nach Angaben des Unternehmen haben weitere Katasterbehörden in NRW, die die 3A Produkte von AED-SICAD einsetzen, die Genehmigung für den Einsatz der Version 6.0 der GeoInfoDok beantragt.

Die Geoinformatik-Unternehmen BT-GIS, TOPOgraphics und WhereGroup aus der Region Bonn stellen dagegen am 28. April im Wissenschaftszentrum Bonn unter der Überschrift „ALKIS kompakt“  eine Lösung vor, um ALKIS-Daten herstellerunabhängig und zugleich rechtskonform in Auskunftssysteme zu integrieren.

Unabhängig von der verwendeten ALKIS-Grundlösung haben Anwender damit die Möglichkeit, die rechtsverbindlichen Auskünfte aus einer NAS-Sekundärdatenbank in Form von Kartenauszügen und Buchauszügen über eine Weblösung zu realisieren. Sie deckt den so genannten “Hauptprozess Benutzung” innerhalb der ALKIS-Logik und die damit verbundenen Teilprozesse ab.

Die Auskunftskomponenten inklusive der Produkte für Karte und Buch werden unabhängig vom Führungssystem auf Basis einer nach Angaben der drie beteiligten Unternehmen hochperformanten Sekundärdatenhaltung realisiert, die mit der Freien Software PostgreSQL umgesetzt wurde. Die Datengrundlage stammt aus der Übernahme von NAS- und NBA-Daten inklusive deren Zeichenvorschriften und ist dazu geeignet, Fachlösungen mit verschiedensten Geoinformations-Systemen zu realisieren. Die Kartenprodukte stammen aus einer erweiterten MyWMS-Anwendung der Firma BT-GIS, die Buchprodukte aus einem Dienst der TOPOgraphics. Das auf ALB/ALK- und  ALKIS-Lösungen spezialisierte Unternehmen steuert auch einen Konverter bei, der ALKIS-Daten und Zeichenvorschriften nach Vorgabe der GeoInfoDok 6.0 in die Sekundärdatenhaltung importiert.

Die Clientkomponente der Firma WhereGroup schließlich basiert auf dem OpenSource-Produkt Mapbender, das über zusätzliche Module um die notwendigen Funktionen zur Navigation und Suche erweitert wird. Der Web-Client fordert die entsprechenden ALKIS-Produkte bei den Diensten an und bietet diese zum Beispiel als PDF zum Ausdruck an.

Mit „ALKIS-Kompakt“ im Bonner Wissenschaftszentrum sollen die Technologie, das Preismodell und die grundlegenden Unterschiede zu anderen Produkten näher erläutert werden. Ferner wird aufgezeigt, wie Teilkomponenten und weitere Module dazu genutzt werden können, Geodateninfrastrukturen in Kommunen und Kreisverwaltungen mit  beliebigen GIS zu realisieren.