15.10.2018
LGV sichert digitale Geodaten für die Zukunft

Zum Jahresbeginn 2017 hat der Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV) der Freien und Hansestadt Hamburg zusammen mit der AED-SICAD GmbH und der SER eGovernment Deutschland GmbH das Projekt Langzeitspeicherung gestartet. Ziel ist es, ein System zur Langzeitspeicherung (LZS) für digitale Geodaten zu realisieren.

Im September 2018 hat das System mit dem Import der Echtdaten die Produktion aufgenommen. Es verwaltet in einer ersten Ausbaustufe neben den Katasterunterlagen sechs weitere Geodatenarchive mit historischen Karten und einem Gesamtvolumen von über einem Terabyte.
Die Grundlage bildet zum einen das Enterprise Content Management System (ECM) Doxis4 der SER. Es realisiert wesentliche Eigenschaften eines Langzeitspeichers wie Speichersystem- und Datenformatmigration und verhindert so effektiv das sogenannte digitale Vergessen. Auf Doxis4 setzt das GIS Portal der AED-SICAD auf, welches über sein responsives, browserbasiertes Nutzer-Interface und das integrierte User & Ressource Management (URM) eine LZS-Benutzeroberfläche bereitstellt, die auf nahezu beliebigen Ausgabegeräten genutzt werden kann und sich dem Anwender gemäß seines Rechteprofils stets genau passend darstellt.
Zum Projektstart erarbeiteten die Implementierungspartner ein Konzept, welches nicht nur die Geodaten berücksichtigt, die heute beim LGV verwaltet werden, sondern von Anfang an die Erweiterbarkeit für beliebige, neue Geodatenklassen vorsieht. Außerdem verwaltet das System zur LZS für die eigentlichen Geodaten flexibel definierbare Metadaten, sogenannte Dossiers. Während der Implementierungsphase arbeitete das Team auf einem gemeinsamen, von AED-SICAD gehosteten, Integrations- und QS-System. Dies ermöglichte eine sehr agile Entwicklung mit kurzen Reaktionszeiten. So wurde die erste Stufe im Frühjahr 2018 fertiggestellt. Nach Inbetriebnahme der Lösung bei Dataport fand der Produktivgang im September 2018 statt.
Nun folgen weitere Realisierungsstufen zur Verwaltung von Geodaten mit Georeferenzierung sowie zur Aussonderung von Daten an ein Staatsarchiv.
Umfassende Informationen zum aktuellen Stand der Umsetzungen bietet eine Informationsveranstaltung am 19.03.2019 im Universitätsclub in Bonn. Sie ist die Fortsetzung einer ersten Veranstaltung im November 2017 in Hamburg und gibt tiefergehende Einblicke in die Anwendung.

Anmeldungen sind in Kürze unter https://www.hamburg.de/langzeitspeicherung-geodaten möglich.