News 12.06.2016

12.06.2016
Nachwuchs für’s nächste Semester

Studierende und Absolventen des Fachbereichs IGG haben den Besuchern am Tag der Geodäsie vermitteln können, was sich unter dem Etikett Geodäsie und Geoinformation nicht alles verbirgt.

Für hohe Aufmerksamkeit sorgte die Live-Präsentation eines autonom arbeitenden Agrarroboters, der in Kooperation des IGG mit dem Institut für Photogrammetrie und dem Unternehmen Bosch realisiert wurde. Der Roboter ist mit hochmoderner Sensorik ausgestattet, um künftig auf Feldern mechanisch Unkraut zu vernichten. Der Agrarroboter ist intelligent genug, um den Unterschied zwischen Anbaupflanzen und Unkräutern sicher zu erkennen – und das rotz zahlreicher in den verschiedenen Wachstumsphasen der Pflanzen auftretenden Erscheinungsformen. Für die Präsentation vor Ort hatten die Studenten dem Roboter noch einen Abend zuvor beigebracht, verschiedene Kräuter wie Thymian oder Basilikum voneinander zu unterscheiden, und die als Unkraut definierten Pflanzen mit einem mechanischen Stempel zu vernichten.

In einem Vortrag erklärte der IGG-Student Philip Wehmeyer, wie er es geschafft hat, die Genauigkeit der Navigation von Containerschiffen um fast 50 Prozent zu steigern. Der Studierende hatte im Rahmen eines Praktikums bei der Meyer Werft daran gearbeitet, Containerschiffe passgenau durch das Nadelöhr des Panamakanals zu navigieren.

Weitere Vorträge zeigten, dass das berufliche Leben als Geodät im Hightechumfeld und in Auseinandersetzung mit wichtigen Fragen der Zeit durchaus als abwechslungsreich gelten kann. Ob die Erforschung führerlose Fahrzeuge bei Daimler, die Mitarbeit beim Radioteleskop in Göteborg oder auf der Spurensuche des Klimawandels bei der US-Raumfahrtbehörde NASA – die Studierenden am IGG in Bonn kommen weit rum und forschen in angewandten und höchst aktuellen Themenfeldern.

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Anschauen, informieren, ausprobieren – hier am Tag der Geodäsie 2016 in Bonn. Quelle: IGG Anschauen, informieren, ausprobieren – hier am Tag der Geodäsie 2016 in Bonn. Quelle: IGG „Wir lösen faszinierende Probleme und bieten darüber hinaus noch beste Berufsaussichten“, so Professor Plümer. Daher mache das IGG ausdrücklich Werbung, die sich an junge Leute „mit einer gewissen Affinität zu Mathematik“ richtet, so Plümer. Das Studium der Geodäsie in Bonn beginnt jährlich mit etwa hundert Erstsemestern. Die Erfahrung hat gezeigt, dass etwa die Hälfte von ihnen dabei bleibt und in der sehr persönlichen Umgebung der Uni Bonn auf beste Berufsaussichten vorbereitet werden. Der Tag der Geodäsie ist für Plümer und sein Team die Gelegenheit, offensiv Werbung zu machen für einen Fachbereich, der wie auch andere naturwissenschaftliche Studiengänge unter Nachwuchsmangel leidet. „Nicht bei uns“, so Plümer. „Wir bekommen unseren Studiengang auch im nächsten Semester wieder gut gefüllt.“ Der Tag der Geodäsie war eine von 26 Veranstaltungen des GeoSOMMER 2016. Weitere Informationen: https://www.gug.uni-bonn.de/

Von Monika Rech-Heider