12.10.2020
NEXIGA: Es fehlt an Lade-Infrastruktur

Expertenteam aus Bonn stellt fest:
Aktuell sind 27 Kreise mit Ladesäulen unterversorgt.

Als „Data E-Mobility-Experte“ haben wir auf Basis unseres aktuellen Ladesäulen-Katasters und der Zulassungszahlen für E-Fahrzeuge berechnet, dass bereits heute 27 Kreise eine unzureichende Lade-Infrastruktur besitzen, um die lokal zugelassenen Fahrzeuge zu versorgen. Diese Zahl wird sich bis Ende des Jahres noch auf 51 Kreise erhöhen, wenn die Zulassungszahlen auf dem jetzigen Niveau bleiben (Prognose: 245.000 E-Fahrzeuge bis Ende 2020) und keine neuen Lade-Stationen hinzukommen.

Prognose zum Versorgungsgrad mit Ladesäulen:
Bis Ende 2020 sind 51 Kreise unterversorgt.
Basis für die Berechnungen ist die Empfehlung des Beratungsgremiums Nationale Plattform Elektromobilität (NPE), mit durchschnittlich maximal 12,5 E-Fahrzeuge pro Ladestation.
Das Dashboard „Versorgungsgrad“ von Nexiga zeigt die aktuelle Versorgung auf Kreis-Ebene und lässt eine Prognose des Ladebedarfs für verschiedene Entwicklungs-Szenarien zu.

Wie ist der Versorgungsgrad mit Ladesäulen in Deutschland wirklich?
Diese Frage beschäftigt jeden E-Fahrer und potenziellen E-Fahrer. Wer etwas für die Umwelt tun möchte und darüber nachdenkt ein E-Auto zu kaufen stellt sich wohl gleichzeitig auch die Frage, wo man es aufladen kann und ob es zum eigenen Fahrverhalten und Zeitmanagement passt. Denn: Laden kann mitunter dauern Die Frage ob wir also zu viele oder zu wenig Ladesäulen haben ist berechtigt. Die zugrunde liegenden Zahlen und „Fakten“ führen dabei teilweise zu widersprüchlichen Rückschlüssen auf den Versorgungsgrad der Bevölkerung mit Ladeinfrastruktur. Die Bandbreite reicht von Aussagen wie „Wir sind noch Entwicklungsland“ bis hin zu „Wir haben genug Ladesäulen“. Die entscheidende Frage ist also: Wie viele Säulen gibt es schon und wie viele Säulen braucht das Land?

Viele Analysen – viele unterschiedliche Ergebnisse
Bisherige Analysen werden meist nur grob auf Ebene der Bundesländer erstellt. Es fehlt die feinräumige Betrachtung. Denn entscheidend ist die lokale Versorgung vor Ort und nicht, ob ein Bundesland im Schnitt gut versorgt ist, deshalb muss auch feinräumig analysiert und betrachtet werden. Ein weiteres Defizit vieler Statistiken: Es wird nur ein Teil der Ladeinfrastruktur betrachtet, denn ein vollständiges Verzeichnis am Markt gibt es nicht. Weder das „halboffizielle“ Verzeichnis der Bundesnetzagentur, noch das häufig zitierte Ladesäulenregister des BDEW erheben Anspruch auf Vollständigkeit. Das hat zur Folge, dass die Ladeinfrastruktur in Deutschland aktuell nicht komplett abgebildet werden kann und dies zu falschen Schlussfolgerungen führt.

Dashboard sorgt für Klarheit
Das interaktive Dashboard sorgt für mehr Klarheit im Rahmen der aktuellen Situation. Die Daten werden auf Kreis-Ebene, den 401 Landkreisen und den kreisfreien Städte angezeigt. So können einzelne Städte und Regionen betrachtet werden. Alle Daten und Analysen sind natürlich auch auf Gemeinde- und PLZ-Ebene verfügbar. Es werden zwei Kennzahlen auf Kreisebene angezeigt: die Anzahl E-Fahrzeuge pro Ladestation und die Anzahl E-Fahrzeuge pro 100.000 Einwohner.

Probieren Sie es gleich selbst aus. Lassen Sie sich anzeigen wie gut oder schlecht die Versorgung in Ihrem Kreis derzeit ist. Erstellen Sie Ihre eigene Prognose. Mit Hilfe des Schiebereglers können Sie individuell die „Zuwachsrate in %“ justieren, die Versorgungsentwicklung live berechnen und gleichzeitig visualisieren.