07.02.2017
Digitale Geodaten für die Zukunft erhalten


Der Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung (LGV) des Landes Hamburg wird zusammen mit der AED-SICAD AG ein System zur Langzeitspeicherung (LZS) für digitale Geodaten erstellen. Ein entsprechender Vertrag ist Ende Januar unterzeichnet worden.

 

Als Koooperationspartner hat AED-SICAD die SER eGovernment Deutschland GmbH aus Berlin gewonnen, eine Tochter der SERgroup Holding International GmbH . Die neue Produktlösung soll für alle Produzenten von Geodaten offen sein.


Digitale Geodaten unterliegen den gleichen Herausforderungen wie alle digitalen Informationen: Sie sind zum einen dank technischen Fortschritts immer leichter und schneller generierbar. Zugleich birgt die zunehmend ausschließlich digitale Speicherung von Geodaten Probleme: Speichermedien, Dateiformate, Hard- und Software veralten, werden inkompatibel, es treten Defekte auf oder sie „verschwinden“ ganz. Der Erhalt digitaler Geodaten für künftige Generationen ist gefährdet. Archive, Behörden und Verwaltungen sind mit der Frage konfrontiert, wie digitale Geodaten zukunftssicher gespeichert werden können. Die Archivgesetze des Bundes und der Länder verpflichten zudem öffentliche Stellen dazu, bestimmte Daten, die nicht mehr im täglichen Gebrauch sind, einem Archiv zur Verfügung zu stellen.  
Die digitale Langzeitspeicherung zielt auf den Erhalt digitaler Objekte für zukünftige Generationen ab. Eine LZS verwahrt digitale (Geo-)Daten sicher und stellt Möglichkeiten sowohl für eine räumliche Suche wie für einen Datentransfer in Richtung Archivsystem bereit. Damit werden Eigenschaften von raumbezogenen Systemen und Archivsystemen ideal verknüpft. Eine LZS verwaltet flexibel verschiedene Datenklassen und Storage-Umgebungen, überführt definierte Verfahren und Formate mit geringst möglichen Verlusten ineinander und transferiert Daten im Onlinebetrieb von einem Storagesystem in ein anderes. Eine LZS kann sicherstellen, dass Daten nur in langzeitspeicherfähigen Formaten vorliegen. Digitale Geodaten sind in einer LZS in den besten Händen.


Der LGV Hamburg möchte seine statischen, digitalen Geodaten  in einer LZS verwalten und ausgewählte Daten über eine LZS an das Staatsarchiv abgeben.  Im Sinne einer zukunftstsicheren  Verwahrung sollen die Daten auch in 50 Jahren noch lesbar bereitgestellt werden können. In der gemeinsamen LZS-Lösung setzt die AED-SICAD ihre Standardprodukte GIS Portal mit dem User and Resource Management (URM) und dem Web Order System (WOS) sowie die SER ihr Doxis4 mit den OAIS-Modulen ein. Zunächst wird die „Inbetriebnahme des digitalen Grenznachweises“ in einer ersten von vier Lösungsstufen realisiert.


Die von der AdV und der KLA (Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Archivverwaltungen des Bundes und der Länder) beschlossenen Leitlinien zur bundesweit einheitlichen Archivierung von Geobasisdaten werden damit erstmals in einem Pilotprojekt umgesetzt. Die neue Lösung wird auch den ISO-Standard OAIS (Open Archival Information System)  berücksichtigen.

Weitere Informationen: www.aed-sicad.de