18.05.217
Die WhereGroup als Entwicklungspartner der Deutsche Bahn Immobilien

Die Kontakte zwischen der WhereGroup und der Deutsche Bahn Immobilien bestehen seit mehr als zehn Jahren. Sie gehen zurück auf eine Studie der WhereGroup zur möglichen Nutzung von Open-Source-Software bei der Bahn.
In der Folge wurde die WhereGroup vor einigen Jahren von der Deutsche Bahn Immobilien damit beauftragt, eine neue Lösung zur Geodaten­verwaltung auf Open-Source-Basis zu entwickeln. Im Fokus der auf Mapbender basierenden Anwendung lagen die gestiegenen Anforderungen an den Workflow der Geodatennutzung.

Mit dem neuen System konnte gerade bei der internen Informationssuche eine deutliche Vereinfachung der einzelnen Arbeitsschritte der Nutzer erzielt werden. Für die interaktive Suche nach Geo-Objekten, die früher eindeutig über die Bezeichnung angegeben werden mussten, reicht heute die Eingabe von drei bis vier signifikanten Zeichen. Beispielsweise reichen einige Stellen aus der Identifikation, dem Ortsnamen oder Ähnlichem, um zu einer Auswahl möglicher Treffer zu gelangen.
Klickt der Nutzer in der Auswahl den richtigen Treffer an, erhält er auch die entsprechenden Meta­daten zum Objekt. Über ein Icon kann das Objekt direkt in der Karte angezeigt werden. Darüber hinaus kann sich der Nutzer über das Kontext-Menü rele­vante Metainformationen zu benachbarten oder übergeordneten Objekten anzeigen lassen. So ist es nicht nur möglich, mit wenigen Klicks die benötigten Informationen eines vorher bekannten Objektes abzufragen, sondern auch Objekte in dessen Umgebung leicht zu finden und sich deren Daten anzeigen zu lassen.

In Abbildung 1 wird beispielhaft nach Objekten gesucht, die über das Such-Fragment „Frankf“ gefunden werden. Es ist erkennbar, dass nicht nur Objekte in Frankfurt a.M. und Frankfurt/Oder gefunden werden, sondern auch ein Objekt an der Frankfurter Allee in Berlin. Wie in der Abbildung weiter zu erkennen ist, können nach dem Zoomen auf das gewünschte Objekt mit einem Klick auch Daten benachbarter Objekte eingesehen werden.

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Abb. 1: Dynamische Trefferliste bei der Suche nach "Frankf" (Quelle: Screenshot P. König, WhereGroup)

In dem neuen System sind damit keine Spezialkenntnisse für dezidierte GIS-Arbeitsplätze mehr notwendig, um die Software zu nutzen. Vielmehr werden lediglich Standard-Kenntnisse sowie ein Browser benötigt. Jeder berechtigte Nutzer kann nun mit nur wenigen Klicks selbst recherchieren.
Im Laufe der Zusammenarbeit wurden neben der beschriebenen Suche eine ganze Reihe unterschied­licher Suchfunktionen für den Zugriff auf verschiedene Daten­töpfe und für mehrere Benutzer-Kreise innerhalb des Konzerns entwickelt.

Neuerungen: Redlining und speicherbare Attribut­abfragen
Nach der erfolgreichen Vereinfachung der verschiedenen Suchmöglichkeiten gibt es aktuell neue Anforderungen an die GIS-Anwendung. Die beiden folgenden Features befinden sich derzeit im Abnahme-Prozess:
Den Nutzern wird innerhalb der Anwendung über eine Digitalisierung ein persönlicher, digitaler Notizblock zur Verfügung gestellt. Mit diesem können zum Beispiel wichtige Zusatz-Informationen zu einem Objekt hinterlegt werden (Redlining).
Als zweite Neuerung können Mitarbeiter nun vordefinierte Abfragen selbst erstellen und den Treffern in der Karte ein individuelles Aussehen (Styling) zuordnen. So kann in einem Karten­ausschnitt die eine Treffermenge blau und die andere Treffermenge schwarz dargestellt werden. Was früher nur mit unterschiedlichen Ebenen- Definitionen durch einen Administrator konfiguriert werden konnte, kann nun von einzelnen Nutzern selbst zusammen­gestellt und nebeneinander dargestellt werden (siehe Abb. 2).

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Abb. 2: Gleichzeitige Anzeige zweier vordefinierter Suchabfragen (schwarze und blaue Cluster-Punkte) inkl. Highlighting und Detailanzeige eines Objektes (Quelle: Screenshot P. König, WhereGroup)

Der Einsatz webbasierter Open-Source-Soft­ware bietet in dem geschilderten Projekt den Vorteil, dass der Konzern seine Daten nach eigenen Regeln, ohne zusätzliche Lizenzkosten und ohne Restriktionen Dritter in Wert setzen kann. Durch die enge Verzahnung mit einem Entwicklungspartner ist es zudem möglich, die Sicht auf die Daten, die Anwendungen und Workflows so spezifisch zu entwickeln, wie es die jeweilige Nutzergruppe benötigt.
Nächste Schritte in der Karten­anwendung
Innerhalb der GIS-Anwendung sollen zukünftig amtlich relevante Dokumente mit geografischem Bezug leichter und schneller als bisher generiert werden können. Dieser Prozess soll dazu beitragen, Kosten einzusparen und die Flexibilität der Nutzer und ihrer Arbeitsumgebungen zu erhöhen.

Innovation und Zukunft: Mobile Anwendung
In jüngster Zeit hat die WhereGroup für die Deutsche Bahn Immobilien eine prototypische mobile Anwendung erstellt, die Online- und Offline-Welt verbindet: Wenn Mitarbeiter der Bahn ein Smartphone oder Tablet für Aufgaben mit geografischem Bezug nutzen, stellt die Verfügbarkeit des Mobilfunk-Netzes in entlegenen Gebieten oft noch einen limitierenden Faktor dar.
Hier ist es sehr wünschenswert, die notwendigen Informationen auch als Daten-Container auf dem mobilen Gerät zu speichern. So wird ein Grund-Daten­bestand auch ohne Internet-Anbindung verfügbar gemacht. Dort, wo auf das Netz zugegriffen werden kann, werden dann zusätzliche Kartendienste hinzugeladen.

Damit leistet die WhereGroup einen Beitrag zum internen „Innovation 4.0“-Programm der Deutschen Bahn AG.

Nachdem aktuell die Prototypen-Phase der mobilen Anwendung weitgehend abgeschlossen ist, werden die Ergebnisse nun in verschiedenen Produktions-Prozessen in Wert gesetzt.
Die genannten Beispiele zeigen, dass Open-Source-Software heute auch in unternehmens­kritischen Infrastrukturen ganz selbstverständlich zum Einsatz kommt.

Weitere Informationen unter: www.wheregroup.com